Unfold your own myth

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Who gets up early to discover the moment light begins?
Who finds us here circling, bewildered, like atoms?
Who, like Jacob blind with grief and age,
smells the shirt of his lost son
and can see again?
Who lets a bucket down and brings up
a flowing prophet? Or like Moses goes for fire
and finds what burns inside the sunrise?
Jesus slips into a house to escape enemies,
and opens a door to the other world.
Solomon cuts open a fish, and there’s a gold ring.
Omar storms in to kill the prophet
and leaves with blessings.
But don’t be satisfied with stories, how things
have gone with others. Unfold
your own myth, so everyone will understand
the passage, We have opened you.
Start walking toward Shams. Your legs will get heavy
and tired. Then comes a moment of feeling
the wings you’ve grown, lifting.
-Jalaluddeen Rumi (1207-1273)
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Der Abend

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Die Sonne zeigt, vollendend gleich dem Helden,

Dem tiefen Tal ihr Abendangesicht,

(Für andre, ach! glückselgre Welten

Ist das ein Morgenangesicht),

Sie sinkt herab vom blauen Himmel,

Ruft die Geschäftigkeit zur Ruh,

Ihr Abschied stillt das Weltgetümmel

Und winkt dem Tag sein Ende zu.

Jetzt schwillt des Dichters Geist zu göttlichen Gesängen,

Laß strömen sie, o Herr, aus höherem Gefühl,

Laß die Begeisterung die kühnen Flügel schwingen,

Zu dir, zu dir, des hohen Fluges Ziel,

Mich über Sphären himmelan gehoben,

Getragen sein vom herrlichen Gefühl,

Den Abend und des Abends Schöpfer loben,

Durchströmt vom paradiesischen Gefühl.

Für Könige, für Große ists geringe,

Die Niederen besucht es nur –

O Gott, du gabest mir Natur,

Teil Welten unter sie – nur, Vater, mir Gesänge.

Ha! wie die müden Abschiedsstrahlen

Das wallende Gewölk bemalen,

Wie dort die Abendwolken sich

Im Schoß der Silberwellen baden;

O Anblick, wie entzückst du mich!

Gold, wie das Gelb gereifter Saaten,

Gold liegt um alle Hügel her,

Vergöldet sind der Eichen Wipfel,

Vergöldet sind der Berge Gipfel,

Das Tal beschwimmt ein Feuermeer;

Der hohe Stern des Abends strahlet

Aus Wolken, welche um ihn glühn,

Wie der Rubin am falben Haar, das wallet

Ums Angesicht der Königin.

Schau, wie der Sonnenglanz die Königsstadt beschimmert

Und fern die grüne Heide lacht;

Wie hier in jugendlicher Pracht

Der ganze Himmel niederdämmert;

Wie jetzt des Abends Purpurstrom,

Gleich einem Beet von Frühlingsrosen,

Gepflücket im Elysium,

Auf goldne Wolken hingegossen,

Ihn überschwemmet um und um.

Vom Felsen rieselt spiegelhelle

Ins Gras die reinste Silberquelle

Und tränkt die Herd’ und tränkt den Hirt;

Am Weidenbusche liegt der Schäfer,

Des Lied das ganze Tal durchirrt

Und wiederholt im Tale wird.

Die stille Luft durchsumst der Käfer;

Vom Zweige schlägt die Nachtigall,

Ihr Meisterlied macht alle Ohren lauschen,

Bezaubert von dem Götterschall

Wagt itzt kein Blatt vom Baum zu rauschen,

Stürzt langsamer der Wasserfall.

Der kühle West beweht die Rose,

Die eben itzt den Busen schloße,

Entatmet ihr den Götterduft

Und füllt damit die Abendluft.

Ha, wie es schwärmt und lebt von tausend Leben,

Die alle dich, Unendlicher, erheben,

Zerflossen in melodischem Gesang,

Wie tönt des Jubels himmlischer Gesang!

Wie tönt der Freude hoch erhabner Klang!

Und ich allein bin stumm – nein, tön es aus, o Harfe,

Schall, Lob des Herrn, in seines Staubes Harfe.

Verstumm, Natur, umher und horch der hohen Harfe,

Dann Gott entzittert ihr,

Hör auf, du Wind, durchs Laub zu sausen,

Hör auf, du Strom, durchs Feld zu brausen,

Und horcht und betet an mit mir:

Gott tuts, wenn in den weiten Himmeln

Planeten und Kometen wimmeln,

Wenn Sonnen sich um Achsen drehn

Und an der Erd vorüberwehn.

Gott – wenn der Adler Wolken teilet,

Von Höhen stolz zu Tiefen eilet

Und wieder auf zur Sonne strebt.

Gott – wenn der West ein Blatt beweget,

Wenn auf dem Blatt ein Wurm sich reget,

Ein Leben in dem Wurme lebt

Und hundert Fluten in ihm strömen,

Wo wieder junge Würmchen schwimmen,

Wo wieder eine Seele webt.

Und willst du, Herr, so steht des Blutes Lauf,

So sinkt dem Adler sein Gefieder,

So weht kein West mehr Blätter nieder,

So hört des Stromes Eilen auf,

Schweigt das Gebraus empörter Meere,

Krümmt sich kein Wurm und wirbelt keine Sphäre –

O Dichter, schweig: zum Lob des kleinen Myriaden,

Die sich in diesen Meeren baden,

Und deren Sein noch keines Aug durchdrang,

Ist totes Nichts dein feurigster Gesang.

Doch bald wirst du zum Thron die Purpurflügel schwingen,

Dein kühner Blick noch tiefer, tiefer dringen,

Und heller noch die Engelharfe klingen;

Dort ist nicht Abend mehr, nicht Dunkelheit,

Der Herr ist dort und Ewigkeit!

 

Gedicht von der taz

Der deutsche ist ein guter Mann:

Er hält die Frau in Ehren.

Er zündet Flüchtlingsheime an

Und gründet Bürgerwehren.

Der Araber kennt Goethe nicht

Und Kraut und Schinkenhäger.

Der deutsche Mann liebt das Gedicht

So wie den Baseballschläger.

Die Araber sind alle gleich.

Sie sind nun mal arabisch.

Der deutsche Mann ist engelgleich

Gut, wahr und schön, kurz: arisch.

http://taz.de/Die-Wahrheit/!5267793/

 

Then.. Poetry

 

Look and see what happens when you become apathetic

When revenge is just for radicals

When you believe the story they tell you

When your only weapon is a gun

When your only hope is a fantasy

When your knowledge is obsolete

When your woman is a bitch

When your brother is a threat

And your oppressor is your master

Your standard, your ideal

“Krise”

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“Die Politik strengt sich gerade irre an, genau diese Bilder von Überforderung und Überlastung entstehen zu lassen. Durch lange Warteschlangen an Registrierungsstellen und Grenzübergängen. Jedes Bild eines Kindes an der deutsch-österreichischen Grenze, das nachts von seinen Eltern in einen Pappkarton gesteckt wird, um einigermaßen vor Kälte isoliert zu sein, ist Teil einer politisch motivierten Kommunikations-Strategie. Sie soll sagen: „Kein Platz. Kein Geld.“ Tatsächlich sagt sie aber was anderes. Nämlich: Kein Bock, die Verhältnisse zu ändern!”

http://kolumne.gorki.de/kolumne-42/